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Eine Reise in einen Traum

von Kara

Ich verbringe einige Tage gemeinsam mit einem sehr lieben Menschen in einer ganz besonderen Wohnung. Dort hängt ein altes Bild von einer Frau mit einem Kind im Arm. Sie kommt mir so vertraut vor, als ob ich sie kennen würde.

Seit vielen Monaten kann ich mich nur sehr selten an meine Träume erinnern, was ich immer wieder mit Bedauern feststelle. In dieser Nacht schlafe ich sehr gut und habe einen ganz wichtigen Traum:

Ich bin auf einer Reise. Ich sitze in einem Zug. Der Waggon hat keine Sitze, es sind Holzbretter, die als Liegen montiert sind. Der Zug fährt – wohin weiß ich nicht. Meine ältere Schwester und ihr Mann sind dabei, ich sehe auch Kinder (meine Nichten?).

bluetenmensch.gifSzenenwechsel: ... Ich sehe drei Mädchen. Ich bin alle drei Mädchen. Wir sind auf einer engen Lehmstraße. Dicht neben der Straße stehen kleine alte Häuser, die alle niedrig sind. Alles sieht aus wie im Mittelalter. Die Frauen haben lange Kleider. Plötzlich sind die anderen beiden Mädchen gefangen und ich bin auf der Straße. Ich suche die beiden Mädchen. Da sehe ich ein Fenster mit Gittern. Der untere Fensterrand ist in Straßenhöhe, also muss ich mich hinknien, um hineinzusehen. Hinter dem Fenster ist ein Keller. Da ist das größere Mädchen drinnen. Ich sage zu ihr: „Sei leise, ich rette dich!“ Das Mädchen hat Angst und schaut mich mit großen Augen an. Ich gehe bei der Tür hinein. Drinnen ist es halbdunkel. Da kauert im Eck in Decken und Tüchern eingehüllt das kleine Mädchen. Es sagt: „Mama, Mama ...“ Ich nehme sie in meine Arme und trage sie hinaus auf die Straße. Ich kann das andere Mädchen nicht befreien und sage ihr, dass ich zurückkommen und sie holen werde.

Ich muss weiter gehen, niemand darf sehen, dass ich das Mädchen gerettet habe. Ich gehe davon, die Straße hinauf über Eisenbahnschienen ... Ich gehe weiter, komme zu einem schmalen, seichten Fluss und überquere ihn. Es ist finster. Wir brauchen einen Platz zum Schlafen. Zwei Boote sind da – das erste ist zu klein. Es beginnt zu regnen. Wir gehen zum zweiten Boot – ein Fischerboot. Hier können wir übernachten. Ich schaue unter die Plane und bin dabei, ein Schlaflager für uns herzurichten, da fällt mir ein Haus auf der anderen Seite des Flusses auf. Es ist mitten zwischen vielen anderen Häusern. Wir überqueren wieder den Fluss und gehen zu dem Haus. Ich läute an. Eine Frau öffnet uns die Tür. Wir gehen hinein und eine wunderschöne Frau mit weißem Gewand begrüßt uns. Es ist, als hätte sie uns erwartet. Sie ist die Heilerin und wird für uns da sein! Ich kann mich nicht mehr erinnern, worüber wir gesprochen haben. Es war, als würde ich diese Heilerin seit ewig kennen. Sie ist umhüllt mit Licht und Liebe.

Ich bin wieder im Haus, wo das größere Mädchen noch gefangen ist. Ich gehe durch diesen Raum hindurch, vielleicht ist es auch das gefangene Mädchen das sich jetzt auf den Weg macht. Ich durchquere eine Küche, in der viele Frauen arbeiten. Die Frauen haben alle lange Kleider an. Sie schauen mich an, wissen alles, aber tun, als wüssten sie von nichts. Beim Blick auf die rechte Seite sehe ich draußen im Freien das Mädchen auf einem Holzbrett liegen. Ich gehe weiter, viele Stiegen hinauf. Es ist ein sehr großes Haus. Hier wohnen die Eltern des Mädchens und gleichzeitig ist der Vater der Herrscher über das Volk. Ich gehe weiter und ... irgendwann bin ich auf der Flucht, vor meiner Mutter. Ich laufe die Stiegen auf der anderen Seite hinunter. Es wird dunkel und düster bis ich in einem Keller ankomme, sehr tief unten. Dort ist es sehr dunkel. Wenn ich bei der Türe am anderen Ende des dunklen Kellers hinaus möchte, muss ich einen kleinen Abgrund überqueren. Aber es wird mir nicht gelingen, hinüber zu kommen. Meine Mutter ist da, es ist bedrohlich. Wir haben Streit. Ich nehme eine Flasche und gieße ihr grünes Gift über den Körper. Ich kann entkommen und laufe die Stiegen wieder zurück. Diesmal sind es helle Stiegen. Ich komme wieder in die prunkvollen Räume des Herrschers. Hoffentlich sieht er mich nicht. Er entdeckt mich und möchte mich aufhalten, aber irgendwie entwische ich ihm. Ich muss hier raus! Ich laufe die Stiegen hinunter, durchquere wieder die Küche. Die Frauen stehen wieder da und schauen mich an, wissen alles, aber tun, als wäre nichts gewesen. Ich sehe wieder das Mädchen auf dem Brett liegen – die Hände des Mannes umfassen ihr Becken, er schüttelt es mit rhythmischen Bewegungen. Ich laufe hinaus aus dem Haus. Da endet mein Traum.

Die Heilerin im Traum ist der Frau, die ich auf dem Bild in der Wohnung des Freundes gesehen habe sehr ähnlich. Ich bin tief berührt darüber.

Reise zum Herzen

Die Reise beginnt mit der Frage, ob ich die vor einigen Tagen verordneten Psychopharmaka weiter einnehmen soll.

Ich möchte zum Herzen reisen. Ich habe das Herz gefragt. Es ist sehr aufgeregt. Habe eine Frage zum Traum gestellt. Daraufhin hat das Herz aufgeregt geschlagen. Auf die Frage, ob ein Tier kommen mag passierte nichts. Auf die Frage nach dem Medikament, bekomme ich die Antwort: „Wenn du das Medikament nimmst, dann wirst du nicht so reisen können.“

heart.gifBegleiter: „Frag, ob das Tier aus deinem Herzen kommen mag.“ Es möchte kommen, kann aber nicht. Begleiter: „Wie ist das für dich?“ Ich spüre Kälte in meinem Körper. Begleiter: „Sag das dem Herzen.“ Herz: „Du musst dich selbst wärmen.“ Das macht mich böse, weil mein Herz mich nicht unterstützt. Begleiter: „Sag ihm das alles.“ Das Herz zieht sich zurück. Ich kann das nicht verstehen. Begleiter: „Sag ihm das!“ Herz: „Es tut so weh. Es tut so weh.“ Mir tut’s auch weh. Ja, dann hab ich eben kein Herz mehr! Begleiter: „Frag das Herz: „Brauchst du etwas von mir?“ Ich brauch das Herz! Aber ich kann dir nichts geben Herz. Herz: „Ich bin noch da.“ Ich habe es gesehen. Es leuchtet gelb-golden. So viele Gedanken sind da. Ich hören einen Satz: „Es ist, als wenn mir jemand das Herz aus dem Körper reißt“. Ich sehe das Mädchen auf dem Brett aus dem Traum. Der Mann schüttelt es. Ich hasse diese Hände! Die Hände umfassen das Becken des Mädchens, er bewegt die Hände in einer rhythmischen Bewegung. Begleiter: „Frag das Herz: „Soll ich mehr darüber wissen?“ Herz: „Dann wird die Erlösung kommen.“ Begleiter: „Verstehst du das?“ Ich glaube schon. Weiß nicht, ob ich hingehen kann. Das alles ist zu böse. Ich bin zu gekränkt. Diese Hände haben mein Herz herausgerissen, es ist weg. Ich will, dass es von selbst wieder kommt. Ein Kampf findet statt in mir. Begleiter: „Sag dem Herz: Ich will, dass du von selbst wieder kommst!“ Herz: „Dafür musst du dich öffnen.“ Ich bin ohnehin offen und bereit, dass du wieder kommst. Herz: „Nein, bist du nicht.“ – Dann bleib wo du bist, ich brauch dich nicht! Ich bin wütend auf dich. Wütend auf die Hände und auf dich Herz! Alles ist zerstört. Er (der Mann mit den Händen) hat mir das Herz herausgerissen. Ich weiß nicht ob ich weitergehen soll. Begleiter: „Frag das Herz, ob du weitergehen sollst.“ Die Stimme der Hände redet über das Herz. Er hat es in der Hand, lacht mich aus: „Du bist nicht bereit, du bist nicht bereit!“ Er hat mich in der Hand, soviel Macht über mich. Ich muss das durchschneiden, muss es wegmachen. Begleiter: „Sag das den Händen.“ Stimme der Hände: „Du brauchst mich, du brauchst mich.“ Nein, ich brauch euch nicht mehr, es ist mein Herz und mein Becken ... Ich werde es nicht schaffen. Begleiter: „Frag die Hände, was passieren muss, damit sie bereit wären zu gehen?“ Die sind so mächtig! Hände: „Dass schaffst du nicht! Wir werden nicht gehen!“ Begleiter: „Wie ist das für dich?“ Ich spüre, dass die Hände stärker zugreifen. Ich müsste kämpfen, habe aber nicht soviel Kraft.

Ich sehe das Mädchen vom Traum, das zuschaut und auf die Straße hinaus laufen kann. Ich sehe das Mädchen, das als erste gerettet wurde, das im Keller war in Tücher eingewickelt, in der Ecke kauernd. Ich sehe das Mädchen, das bei der Heilerin ist. Ich sehe das Mädchen viermal. Wie wenn es sich im Kreis dreht. Ich höre die Heilerin sprechen: „Du hast mich in dir. Du bist die Heilerin.“ Begleiter: „Frag sie, ob jetzt etwas geheilt werden soll.“ Die Heilerin ist wieder zu mir gekommen! Es ist, wie wenn es heilige Momente wären. Die Heilerin singt. Sie singt Sorenja, Sorenja, Sorenja. Ich kann die Melodie nicht hören, nur die Buchstaben. Ein Gedanke formt sich in mir: „Das ist wie das Lied von gestern, das Kathrin für mich gesungen hat. Das Lied gestern ist mir so bekannt vorgekommen. Es ist, so, als wäre Kathrin die Heilerin. Nicht jetzt, sondern früher. Als würde ich sie von früher kennen, aus einem anderen Leben. Heilerin: „Du bist fähig dich selbst zu heilen. Sorenja, Sorenja, Sorenja ....“ Die Heilerin ist sehr schön! Sie hat ein weißes langes Gewand an. Begleiter: „Sag ihr das.“ Ich kenn dich auch Heilerin, ich habe dich schon einmal getroffen. Heilerin: „Ich weiß.“

snake.gifSchlange ist gekommen. Sie sieht aus, als wäre sie die Königin der Schlangen. Sie hat ein wunderschönes Gesicht mit einem roten Edelstein zwischen den Augen. Begleiter: „Sag ihr, dass sie für dich so aussieht.“ Schlange: „Ja, das bin ich. Ich bin auch andere Schlangen. Ich bin auch die Schlange aus der Wüste.“ Vielleicht ist sie meine Schutzschlange? Begleiter: „Frag sie das.“ Schlange: „Ich bin deine Begleiterin. Sorenja, Sorenja, Sorenja.

Ich bin verwirrt vom hin- und herspringen – sehe und höre so viele verschiedene Sachen. Begleiter: „Sag das der Heilerin und der Schlange.“ Die Heilerin sagt: „Das sind die wichtigen Sachen,“ und löst sich auf: „Ich komme wieder. Ich komme wieder.“ Ich rufe sie. Sie kommt noch einmal. Ganz sanft ist sie. Sie kommt, wenn ich sie brauche. Ich habe sie noch gefragt, was ich im Leben brauche. Brauche ich das Medikament? Heilerin: „Das weiß ich nicht. Sorenja, Sorenja ... heile dich, heile dich.“ Nun ist sie wieder weg. Mein Herz ist wieder da. brauche: „Frag das Herz: Kennst du die Schlange und die Heilerin?“ Das Herz schaut mich mit ganz verwunderten Augen an. So, als würde es sagen: „Das weißt du nicht?“ Ich werde noch ein bisschen fürs Herz singen. Sorenja, Sorenja, Sorenja ....

Das war eine lange Reise.

Später erfahre ich, dass die Frau auf dem Bild in der Wohnung des Freundes die Göttin Kuan Yin darstellt. Sie ist die Göttin des Mitgefühls.

Die Heilerin und mein Heillied Sorenja begleiten mich bis heute. In den Reisen, die ich bis jetzt gemacht habe, habe ich oft Kontakt zu dem Mädchen auf dem Brett, zum Traum und zur Heilerin. In der Zeit seit der Reise ist sehr viel in mir geheilt. Ich konnte das Mädchen auf dem Brett immer mehr loslassen, bis es beim Singen des großen Heilmantras „Mahamrityunjaya“ ins Universum geflogen ist.

In einer letzten Reise habe ich im Heilkreis meiner Tiere das Mädchen auf dem Brett ins Universum loslassen können. Ich war mit dem Mädchen lange durch ein Seil verbunden und in dieser Reise mit meinen Händen. Das Mädchen – dieser Teil in mir, der soviel Gewalt erlebt hat (als kleines Mädchen und als erwachsene Frau) – hat um seine Freiheit und um seinen Frieden gebeten. Sie hat gesagt: „Vergiss mich nicht, aber lass mich los.“ Mit der Unterstützung meiner Tiere, der Heilerin und von Steven konnte ich ihre Hand loslassen und bin mit zwei Teilen meiner verlorenen Seele und mit der Seele meines Kehltiers in meinen Körper zurückgekehrt. Die verlorenen Seelen habe ich an einem Ort der Liebe gefunden. Sie sind verschmolzen und zu mir zurückgekehrt. Ich habe das Mädchen auf dem Brett losgelassen und dafür die Liebe in mein Herz gelassen. Ich bin sehr dankbar dafür.

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